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Studien zur Beschilderung und Farbgebung der «RHÆTIA»

Der technischer Projektleiter der Projektgruppe «RHÆTIA», Armin Brüngger, studiert zurzeit anhand historischer Fotos Varianten für die Beschilderung der Lok. Je genauer er in die Materie eintaucht, desto schwieriger wird es aber erstaunlicherweise für ihn. Es sind zurzeit nur zwei historische, schlecht aufgelöste Bilder mit den Schildern bekannt.

In den letzen Wochen hat Armin zusammen mit einem anderen Clubmitglied eine erste Variante für das Namensschild der «RHÆTIA» erarbeitet. In der so genannten «Gründerzeit» vor der Wende zum 20. Jahrhundert, also zur Zeit des «Historismus», wurden gerne klassische Schriften wie die «Bodoni» verwendet, eine Anlehnung an römische Schriften, wie sie in Rom auf Baudenkmälern oft zu finden sind. Eine solche Schrift ist auf den Schwesternloks der Nr. 1, der Nr. 5 «ENGADIN» und Nr. 4 «FLÜELA», auf schärferen, historischen Bildern gut zu erkennen. Dagegen waren die zwei  erhaltenen Gründerzugwagen C. 32. und der zukünftige C.66. nachweislich mit einer serifenlosen, damals als wohl sehr modern empfundenen «Grotesque» beschriftet. Dies im Gegensatz zur Beschriftung anderer Bahnen der damaligen Zeit, die dann doch etwas mehr Schnörkel und Serifenschriften an ihren Wagen mochten. Das wäre etwas Eisenbahn-Kunst und -Zeitgeschichte.

Ein bekannnter Bild(-Ausschnitt) aus dem RhB-Archiv, aufgenommen vermutlich um 1890 in Davos, gibt ein weiteres Rätsel auf: helle, nur seitlich aufgemalte Streifen am Lokrahmen oberhalb des Fahrwerks. Was hatten diese Streifen für eine Farbe? Sie sind auf den Schwarzweiss-Bildern auf allen Loks der Schmalspurbahn Landquart-Davos aus der Gründerzeit zu erkennen. Waren diese weiss, gelb oder hatten sie eine andere, z. B. metallene Farbe? Dienten sie evtl. dazu, den Heizer zu warnen, damit dieser beim Schmieren des Lokgestänges sich nicht den Kopf anschlägt? Eine Reflexion durch einstrahlendes Licht ist es auf jeden Fall nicht, vergleicht mal alle Fotos. Die Streifen haben aber auf allen Bildern den gleichen Farbton wie das Gestänge. Die Farbgebung und Beschilderung der Lok Nr. 1 geben also noch einige Rätsel auf.

Gerne geben wir den aktuellen Stand unserer Studien bekannt.
Durch die schwierige Quellenlage (alles anhand zweier Fotografien) ist eine 100% Detailgenauigkeit noch nicht geben.

Weitere sachdienliche Hinweise, Fotos, Pläne usw. werden gerne entgegengenommen 

Originalfotografien

Eröffnungszug der «LD», im Oktober 1889 vor dem Bahnhof Klosters Platz

Studie zum Namenschild und dessen Anordnung

 

Diese Lok mit Doppelnamen (Vergleich des originalen Schildes «ENGADIN» mit dem neu elektrinisch geschaffenen «RHÆTIA») zeigt deutlich auf, dass das Schild «RHÆTIA» bereits sehr genau rekonstruiert werden kann.

Studie Namenschild «RHÆTIA»

Nach neusten Erkenntnissen ist der Namenszug wie folgt visualisiert.Die Farbgebung ist noch nicht abschliessend geklärt, Messingschilder waren damals üblich und auch bei der «LD» wie auch später bei der «Rh.B» gebräuchlich.

Studie Namenschild «RHÆTIA»

Visualisierung nach neusten Erkentnissen

Visualisierung der «RHÆTIA», anhand einer Fotografie der G 3/4 Nr. 5 «ENGADIN». Zusätzlich aufwendig coloriert durch Fabian Gregoire, Präsident des Velay-Expresses in Frankreich

Visualisierung der «RHÆTIA», anhand einer Fotografie der G 3/4 Nr. 5 «ENGADIN» in Klosters Platz. Das Bild wurde sehr aufwendig coloriert durch Fabian Gregoire, Präsident des Velay-Expresses in Frankreich.

Schön zu erkennen, der helle Streifen über dem Fahrwerk und die Anordnung der Schilder. Sehr schön auch die Visualisierung der Arbeitsbekleidung des Lokpersonals und die Häuser im Hintergrund.

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